Wofür Du als Frau belohnt wirst… (und wie Du darauf Einfluss nehmen kannst!)

Den Beginn dieses Artikels habe ich bereits vor einem Jahr geschrieben. Damals noch voller Frust und Resignation.

Letztendlich habe ich ihn genau zu dem Zeitpunkt endlich wieder ausgepackt, als ich entdeckt habe, dass ich ihn nicht mehr aus Frustration heraus veröffentlichen wollte (ja, ich gebe zu, das war die ursprüngliche Motivation dahinter), sondern weil sich endlich mein Mindset in diesem Thema verändert hatte.

Und ich Dir zeigen möchte, wie Du an den gleichen Punkt kommst…

Mir ist schon vor längerem, als ich mal auf meinen neuen „Werdegang“ als Weltreisende, Dauerreisende und Online-Unternehmerin zurückgeblickt habe, plötzlich etwas aufgefallen:

Singles und innovative Frauen fallen in unserer Gesellschaft oft hinten runter.

Lass uns mal einen genaueren Blick auf uns werfen:

Wir werden zu Verlobungsfeiern eingeladen, zu Hochzeiten, zu Babyshowers, zu Kindergeburtstagen, ins Krankenhaus nach einer Geburt… und natürlich bringen wir immer brav ein Geschenk und ganz viele Glückwünsche mit.

Irgendwann kam bei mir allerdings mal die Frage auf, warum eigentlich kaum jemand auf die Idee kam, mir zu meiner Weltreise zu gratulieren oder etwas zu schenken, während der ich insgesamt 14 Monate auf Reisen war und für die ich ein Jahr lang gespart hatte.

Nicht, weil ich etwas gebraucht hätte.

Sondern, weil es ein großer Meilenstein in meinem Leben war und Glückwünsche durchaus angebracht gewesen wären.

Stattdessen war das Höchste der Anerkennung ein wenig Neid. Oder sogar viel Neid.

Und spätestens als ich zu meiner Selbständigkeit als Anerkennung höchstens ein „Glückwunsch!“ bekam (wenn überhaupt), ebenso zu meinem ersten selbst veröffentlichten Taschenbuch, meinem ersten erfolgreichen Workshop und den größeren Medien-Erwähnungen, platzte mir anfangs ein wenig der Kragen.

Mir geht es dabei nicht um die Geschenke. Ich bin nicht geizig und ich schenke gerne.

Aber ich war ehrlich gesagt ziemlich frustriert und auch jedes Mal ein wenig verletzt.

Ich frage mich, wie es kommt, dass unterschiedliche Ereignisse in unserem Leben, vor allem dem Leben einer Frau, verschieden stark gewichtet werden.

Liebe Mamis und Ehefrauen, nehmt es mir nicht übel, aber musstet ihr wirklich, wirklich hart schuften, um euch zu verloben, geheiratet oder schwanger zu werden? Ich rede hier von der Standard-Partnersuche, den normalen Verlobungen und Schwangerschaften. Ich weiß, auch hier gibt es Ausnahmen, aber lasst uns der Fairnis-halber mal bei der Allgemeinheit bleiben.

Warum gibt es Glückwünsche und Einweihungsgeschenke für hart ersparte Häuser, aber keine Abreisegeschenke für hart ersparte Weltreisen? Oder Zelebrierungsgeschenke für noch härter ersparte und erarbeitete Selbständigkeit?

Wie viel ackern Frauen dafür, um ein Unternehmen aufzubauen, ein Produkt herzustellen und zu launchen, einen TED-Talk oder wichtige Vorträge auf großen Veranstaltungen zu halten oder gar einen eigenen Kurs zu erstellen?

Wer kommt dann mit Karten, Konfetti und Gratulations-Bannern an?

Lange hat mich dieser Punkt wirklich wütend gemacht.

Bis ich irgendwann anfing umzudenken.
Und mich einfach selbst zu feiern und zu belohnen.

Unsere Gesellschaft und unser Denken werden nicht plötzlich komplett umschwenken. Auch wenn ich weiter aktiv an dieser Veränderung arbeiten werde.

Also müssen wir zunächst einmal anfangen, an unserer eigenen Einstellung zu arbeiten, und damit anderen zeigen, was vor allem in der Welt der Selbständigen eine Leistung ist.

Ganz viele Menschen – unsere Freunde, unsere Familie und unser Umfeld – sehen gar nicht, wie wir 70 Stunden die Woche arbeiten, um unser Online-Business aufzubauen.

Sie sehen nicht, wie viel Mühe, Arbeit und Leidenschaft wir in unsere Projekte stecken, ohne anfangs überhaupt irgendeinen Gegenwert dafür zu sehen.

Sie realisieren erst, was es bedeutet, ein Online-Business zu führen, wenn das Geld kommt. Und begegnen uns dann traurigerweise oft mit Neid, anstatt mit Gratulation und Anerkennung.

Aber es geht noch viel tiefer.

Unser Geltungsbedürfnis, unser Selbstbewusstsein und unser Auftreten werden von klein auf geformt von Bestätigung und Anerkennung von außen.

Gute Noten, ein guter Abschluss, eine tolle Arbeitsstelle, eine Hochzeit… all das bringt Anerkennung und Belohnung in unserer Gesellschaft.

Wir müssen uns endlich von dem Weltbild verabschieden, dass wir Anerkennung von außen als Bestätigung brauchen, um etwas wert zu sein!

Das ist eine harte Lektion, aber gerade in der Selbständigkeit unglaublich wichtig, wenn Dir viele Menschen in Deinem nahen Umfeld mit Zweifel, Negativität und Neid entgegenkommen, statt mit einem Schulterklopfen, Stolz in den Augen und Anerkennung.

Starte damit, dass Du selbst anerkennst, was Du leistest.
Jeden Tag.

Das geht schon in ganz kleinen Aspekten des Alltags:

  • Erstell Dir eine „Done!“-Liste und lerne wertzuschätzen, was Du jeden Tag erledigst.
  • Plan Dir freie Tage ein, die Du genauso genießt, wie Du einen Feiertag genießen würdest. Lass uns mal ganz ehrlich miteinander sein: In der Selbständigkeit gibt es anfangs nicht viele davon. Es sind also tatsächlich Feiertage!
  • Jeden Launch, egal ob einer Seite oder eines Produktes, einen neuen großen Kundenvertrag oder die Erreichung Deiner Meilensteine solltest Du mit Dir selbst feiern. Was ich bei meinem Buchvertragsabschluss gemacht habe? Ich habe einen Cider darauf getrunken und auf mich selbst angestoßen!
  • Wenn Du Projekte abschließt, die monatelange Arbeit gekostet haben, dann belohne Dich kräftig dafür! Du hast es mehr als verdient. Feiere Dich selbst! (Zum Launch einer meiner eigenen Produkte habe ich mir übrigens ein iPhone geschenkt. Ich bin großzügig, was Geschenke an mich selbst angeht.)

Eine gute Freundin erinnert mich immer wieder daran, das nicht zu vergessen.

Jedes Mal, wenn ich ihr erzähle, was ich gerade abgeschlossen habe, schickt sie mir Nachrichten wie: „Ich hoffe, Du bist stolz auf Dich und hast mal kräftig auf Dich angestoßen!“

Lass mich also heute diese Rolle für Dich übernehmen und Dich daran erinnern, dass Du es wert bist, dafür belohnt zu werden, was Du leistest.

Belohn Dich für das, was Du erschaffst und tust! Und vergiss es nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst am 13. Juli 2015 auf Um 180 Grad.

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